Vitamine

Andere Spurenelemente

Über die Bedeutung anderer im Organismus vorkommender Spurenelemente wie Zinn, Molybdän, Fluor, Nickel, Silicium, Vanadium und Arsen ist heute noch so gut wie nichts bekannt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Hunde diese Spurenelemente auch benötigen, allerdings in viel niedrigeren Konzentrationen wie die oben aufgeführten Elemente. Werden die hier genannten Spurenelemente in größeren Mengen dem Hund zugeführt, so kommt es zum Tod, da alle diese Stoffe eine starke toxische Wirkung aufweise

Vitamine

Vitamine fördern und steuern viele Stoffwechselprozesse. Sie werden nur in sehr geringen Mengen benötigt. Da sie jedoch bis auf wenige Ausnahmen nicht vom Hund selbst synthetisiert werden können, müssen Sie mit der Nahrung zugeführt werden. Man unterscheidet wasserlösliche und fettlösliche Vitamine.
Als fettlösliche Vitamine werden die Vitamine A, D, E und K bezeichnet. Zu den wasserlöslichen Vetretern der Vitamine gehören die Vitamine des B-Komlexes sowie Vitamin C.
Fettlösliche Vitamine, die der Hund mit der Nahrung aufnimmt, werden zusammen mit dem Fett verdaut und gelangen über die Darmwand in den Organismus des Hundes. Sie werden in der Leber gespeichert. So kann es bei einer Übervitaminisierung zu einer giftigen Ansammlung dieser Vitamine in der Leber kommen.
Wasserlösliche Vitamine hingegen lassen sich nicht in dem Maße vom Körper speichern, wie die fettlöslichen Vetreter der Vitamine. Das macht einen Mangel an wasserlöslichen Vitaminen weitaus wahrscheinlicher, als die bei fettlöslichen Vitaminen der Fall ist.

Vitamin A:
Vitamin A, auch Retinol genannt, ist ein fettlösliches Vitamin. Das bedeutet, es werden Fette und Mineralstoffe benötigt, damit es im Verdauungstrakt gut resobiert werden kann. Vitamin A kann im Körper (hauptsächlich in der Leber) gespeichert werden. Daher muss es nicht jeden Tag in der Nahrung vorhanden sein. Vitamin A dient im Körper der Sehkraft, dem Knochenwachstum, der Fortpflanzungsfähigkeit sowie der Erhaltung der Haut und Schleimhäute.
Zu beachten ist unbedingt, dass ein stetiger Überschuss an Vitamin A nicht vom Körper ausgeschieden werden kann und somit zu Vergiftungserscheinungen führt. Eine anhaltende Überversorgung mit Vitamin A ist daher in jedem Falle zu vermeiden!
Man unterschiedet Vitamin A, das ausschließlich in Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs vorkommt, und die Karotine. Letztere werden im Körper des Hundes zu Retinol umgewandelt und sind pflanzlicher Herkunft.
Natürliche Vorkommen von Vitamin A in der Nahrung: Karotten, Hagebutten, Aprikosen, Spinat, Feldsalat, Petersilie, Schnittlauch, Kresse, Fenchel, Mangold, Brennessel, Löwenzahn oder als aktives Vitamin A in Leber, Hühnerfleisch, Fisch oder Eisen.

Vitamin B-Komplex:
Der Vitamin B-Komplex umfasst eine ganze Reihe von Vitaminen und nimmt somit eine Sonderstellung bei den wasserlöslichen Vitaminen ein. Sie wurden ursprünglich wegen ähnlicher Stoffwechselfunktionen zusammengefasst. Die Vitamine B1, B2, B3, B5 und B6 sind wichtig für die Ausnutzung der Futterenergie. B11 und B12 sind erforderlich für die Zellerhaltung und das Zellwachstum. Der B-Komplex wird gar nicht oder nur in sehr geringem Maße im Körper gespeichert. Daher sind keine Vergiftungserscheinungen bei einer Überversorgung zu befürchten.

Vitamin B 1 = Thiamin:
Das Vitamin B 1 spielt eine große Rolle im Kohlenhydratstoffwechsel. Ein Mangel an Vitamin B 1 äußert sich in nervösen Störungen, Gewichtsverlust, Angst- und Aufregungszustände, Krämpfe und Muskelschwäche. Ein Mangel ist beim Hund aber selten.
Vitamin B 1 findet sich in: Fleisch, Leber, Joghurt, Weizenkeimen, Bierhefe, Brokkoli, Bierhefe, Haselnüssen und Löwenzahn.

Vitamin B 2 = Riboflavin:
Vitamin B 2 dient der Verbrennung und der Energiegewinnung von Fetten, Kohlenhydraten und Eiweißen. Desweiteren dient es dem Transport von Wasserstoff und ist nützlich für Augen, Haut und Schleimhäute.
Ein Mangel an Vitamin B 2 kann ausgeschlossen werden.
Eine Überversorgung tritt nicht auf, da Riboflavin vom Körper nicht gespeichert wird.
Natürliche Vorkommen in: Milchprodukten, Fisch, Blumenkohl, Muskelfleisch, Äpfel, Nüsse, Petersilie, Herz, Niere, Spinat, Brokkoli und grünem Blattgemüse.

Vitamin B 3 = Niacin:
Vitamin B 3 ist ebenfalls am Stoffwechsel von Fetten, Kohlenhydraten und Proteinen beteiligt.
Bei einem Mangel sind eine Dunkelfärbung der Zunge und Geschwüre in der Mundschleimhaut zu beobachten.
Eine Überversorgung tritt selten auf, da Niacin über die Nieren ausgeschieden wird.
Natürliche Vorkommen in: allen tierischen Produkten, Fisch, Fleisch, Milchprodukten, Eiern, Hülsenfrüchten, Getreide, Hefe, Aprikosen und Melonen

Vitamin B 5 = Pantothensäure:
Vitamin B 5 kommt in allen Körpergeweben lebender Tiere vor. Es ist Bestandteil des Coenzym A, welches an vielen Vorgängen im Organismus beteiligt ist.
Da Vitamin B 5 in fast allen Nahrungsmitteln enthalten ist, ist ein Mangel selten.
Eine Überversorgung tritt i.d.R. nicht auf, da es als wasserlösliches Vitamin ausgeschieden und nicht gespeichert wird.
Natürliche Vorkommen von Vitamin B 5 in der Nahrung: in fast jedem Nahrungsmittel. Leber und Heringe weisen auf einen besonders hohen Gehalt hin.

Vitamin B 6 = Pyridoxin:
Vitamin B 6 wird im Körper für den Aminsosäurenstoffwechsel sowie für die Verstoffwechselung der Proteine benötigt. Es dient der Bildung von Blut, dem Hormonstoffwechsel und ist wichtig für das Immunsystem.
Der Bedarf des Hundes an Pyridoxin ist vom Proteingehalt der Nahrung abhängig. Ein Mangel ist beim Hund weitgehend unbekannt, ebenso eine Überversorgung.
Natürliche Vorkommen von Vitamin B 6 in der Nahrung: Leber, Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte, Bananen, Brokkoli, Honig, Sauerkraut, Eigelb

Vitamin B 12 = Cobalamin:
Vitamin B 12 enthält das Mineral Kobalt, weswegen es auch den Namen Cobalamin trägt. Es dient dem Stoffwechsel von Kohlenhydraten und Fetten und ist am Transport von Kohlenstoffen im Organismus beteiligt.
Ein Mangel an Vitamin B 12 kann auftreten, wenn der Intrinsic factor (Mechanismus für die Aufnahme von B 12) beim Hund fehlt, der die Aufnahme über die Darmwände erleichtert. Tritt ein Mangel auf, drückt sich dieser i.d.R. durch Anämie und Störungen im Nervensystem aus.
Eine Überversorgung tritt i.d.R. nicht auf, da Vitamin B 12 nicht gespeichert wird.
Natürliche Vorkommen in Nahrung: Leber, Niere, Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier und Algen.

Vitamin B C = Folsäure:
Folsäure ist wichtig für das Zellwachstum und die Vermehrung von Zellen. Sie dient der Bildung von Blut und ist notwendig für den Aminosäurenstoffwechsel.
Da der Hund in der Lage ist, Folsäure im Darm herzustellen, kommt es fast nie zu einem Mangel. Dieser kann lediglich dann auftreten, wenn der Hund größere Mengen an Blut verliert oder unter Darmerkrankungen leidet.
Eine Überversorgung ist nahezu auszuschließen, da überschüssige Folsäure ausgeschieden wird.
Vorkommen in der Nahrung in: Leber, Fleisch, grünen Blattgemüsesorten, Gurken, Fenchel, Brokkoli, Milchprodukten, Pflanzenkeimlingen und Roter Beete.

Cholin:
Cholin gehört ebenfalls zu den Vitaminen des B-Komplexes. Es ist für zahlreiche Stoffwechselreaktionen im Körper verantwortlich. Cholin dient dem Transport der Fettsäuren und ist auch in den Zellmembranen enthalten. Zudem ist es hilreich beim Abbau von Fetten in der Leber.
Da Cholin im Futter ausreichend vorkommt, ist ein Mangel bislang unbekannt.
Eine Überversorgung tritt selten beim Hund auf.
Natürliche Vorkommen von Cholin in: Leber, Herz, Hirn, Eigelb, grünen Blattgemüsesorten, Hefe und Weizenkeimen.

Vitamin H = Biotin:
Biotin zählt ebenfalls zum Vitamin-B-Komplex. Es ist wichtig für das gesunde Wachstum von Haut, Fell und Krallen. Desweiteren spielt es eine Rolle im Fettsäurestoffwechsel sowie in der Herstellung nicht-essentieller Aminosäuren.
Bei einem Mangel an Vitamin H treten Juckreiz, Schuppen, Haarausfall und andere Probleme im Haarkleid des Hundes auf. Eine Unterversorgung ist aber sehr selten, da meist genügend Biotin in der Nahrung vorhanden ist.
Eine Überversorgung mit Biotin ist als ungefährlich für den Hund zu betrachten.
Natürliche Vorkommen in: Eigelb, Leber, Milch, Hülsenfrüchten, Nüssen, Lammfleisch, Obst, Reis, Hefe und Bierhefe.

Nikotinsäure:
Die Nikotinsäure zählt zu den B-Vitaminen und gehört so auch zu den wasserlöslichen Vitaminen. Sie ist im Körper des Hundes vor allem an der Energiegewinnung aus Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen beteiligt. Nikotinsäure kommt zwar auch in pflanzlicher Nahrung vor, kann aber nur über tierische Nahrungsmittel aufgenommen werden, da sie hier ungebunden vorliegt. Allerdings können Hunde Nikotinsäure auch aus einer essentiellen Aminosäure, dem Tryptophan, synthetisieren, das in den Nahrungsmitteln ausreichend vorhanden ist.
Ein Mangel an Nikotinsäure ist daher beim Hund so gut wie unbekannt.
Eine Überversorgung tritt i.d.R. nicht beim Hund auf.
Vorkommen in: Leber, Thunfisch, Weizenkeimen, Hefe und Milchprodukten.

Vitamin C = Ascorbinsäure:
Vitamin C wird vom Hund aus Glucose synthetisiert, kann aber auch über das Futter aufgenommen werden. Der Organismus des Hundes benötigt Vitamin C vor allem für das Immunsystem, aber ebenso für das Bindegewebe, das Knochenwachstum sowie den Eisenstoffwechsel.
Ein Mangel kommt so gut wie gar nicht vor, da der Hund Vitamin C selbst synthetisieren kann.
Eine Überversorgung tritt ebenfalls kaum auf, da der Körper einen Überschuss ausscheidet.
Natürliche Vorkommen in: Leber, Blut, Hagebutten, Johannisbeeren, Kiwis, Zitronen, Brokkoli, Spinat, grüne Salatgemüsesorten, Petersilie, Wurzeln, Rüben, Paprika und Tomaten.

Vitamin D = Vitamin D 2 und D 3:
Vitamin D 2 wird auch Ergokalziferol genannt, Vitamin D 3 auch als Cholekalziferol bezeichnet. Beide werden als Provitamine charakterisiert und regulieren den Calcium-Phosphor-Stoffwechsel. Sie gehören zu den fettlöslichen Vitaminen und lassen sich vom Körper speichern.
Vitamin D 2 wird für die Calciumaufnahme benötigt, ist aber auch für die Aufnahme von Vitamin A wichtig.
Vitamin D 3 als Provitamin kann vom Hund selber hergestellt oder als Cholekalziferol über tierische Nahrungsmittel aufgenommen werden. Für die Eigensynthese von Vitamin D benötigt der Hund viel Sonnenlicht. Somit haben es hellhäutige Hunde leichter, Vitamin D zu produzieren, als Hunde mit dunkler Fellfarbe. Für Hunde ist es auch aus diesem Grund sehr wichtig, dass sie sich im Freien aufhalten können.
Beide Formen des Vitamin D werden in der Leber des Hundes sowie in den Fett- und Muskelgeweben gespeichert. Sie werden vom Körper zur Erhaltung des Skelettsystems benötigt und sorgen in den Nieren, im Darm und in den Knochen dafür, dass der Calciumspiegel sowie der Phosphorspiegel im Blut erhöht werden, so dass eine Mineralisierung der Knochen stattfinden kann.
Ein Mangel an Vitamin D kann Störungen in der Mineralisierung der Knochen nach sich ziehen, also zu Rachitis oder Osteomalazie beim Hund führen.
Bei einer erhöhten zufuhr von Vitamin D kann es zu einer Vergiftung mit den Symptomen von Erbrechen, Durchfall usw. kommen.
Natürliche Vorkommen von Vitamin D in: Fetthaltigen Fischen, Eigelb, Fischleber, Lebertran, Butter, Fleisch und Getreidesprossen.

Vitamin E = Tocopherol:
Alle Gewebe des Körpers enthalten geringe Mengen Vitamin E. In der Leber liegen höhere Konzentrationen vor, da es hier gespeichert wird. Bei Vitamin E handelt es sich um ein fettlösliches Vitamin. Die Aufgabe des Tocopherol ist die eines Antioxidans. Das heißt, es verhindet Schäden durch Oxidation im Organismus. Ungesättigte Fettsäuren z.B. benötigen die Antioxidantien, um nicht ranzig zu werden.
Ein Mangel an Tocopherol kann zu Problemen der Muskulatur sowie am Herzen führen.
Mängel treten aber i.d.R. selten auf.
Eine Überversorgung ist ebenfalls so gut wie auszuschließen. Sie würde gegebenenfalls mit Abmagerung einhergehen.
Vorkommen in: Erdnüssen, Weizenkeimöl, Getreide, Fisch, Sonnenblumenöl, Sonnenblumenkernen, Haselnüssen, Fenchel, Spinat und Eiern.

Vitamin K = Chinone:
Als Vitamin K wird eine Gruppe von Verbindungen bezeichnet, die auch Chinone genannt werden. So kommen die Vitamine K 1 (Phyllochinon) und K 2 (Menachinon) vor. Beide Vitamine sind fettlöslich und können vom Körper gespeichert werden.
Vitamin K spielt z.B. in der Blutgerinnung eine entscheidende Roll, wie auch in der Knochenbildung. K 1 kommt vor allem in Pflanzen vor, wie z.B. grünen Blattsalaten.
Vitamin 2 wird vom Organismus des Hundes gebildet. Aus diesem Grund ist die Eigensynthese für den Hund wichtiger, als die Zufuhr über das Futter.
Ein Mangel an Vitamin K tritt vor allem dann auf, wenn der Darm des Hundes z.B. durch Antibiotika stark geschädigt ist und der Hund Schwierigkeiten hat, selber Vitamin K 2 herzustellen.
Eine Überversorgung ist beim Hund weitgehend unbekannt.
Natürliche Vorkommen von Vitamin K in der Nahrung: Leber, Geflügelfleisch, Blattgemüse, Brokkoli, Kohl, Spinat, Milchprodukten, Fleisch, Algen, Dill, Oregano, Petersilie, Hülsenfrüchten.